tutti quanti

Tutti quanti

Wer kennt es nicht? Irgendwann im Leben ist man soweit, einige seiner nicht-so-heissgeliebten Möbel oder besessene Gegenstände weiterzugeben. Ein Umzug, eine systematische Aufräumattacke oder regelmässiges, gezieltes Ausmisten. Wenn man die selektierten Dinge nicht gerade verschenken möchte, gelangt man früher oder später auf die hiesigen Internetplattformen für Auktionen oder Online-Inserate. Meine Erfahrungen im Kontakt mit potenziellen Kunden auf diesen Plattformen ist, sagen wir einmal, durchzogen. Wenn ich mir selbst überlege, auf einer solchen Plattform etwas zu kaufen (oder zu ersteigern), dann versuche ich generell einmal einen freundlichen Kontakt zum Verkäufer aufzubauen. Dies geschieht meistens in eine mehr oder minder sinnvolle Verkettung von Begrüssung, meinem Text und einer geeigneten Floskel zur Verabschiedung. Ich bin diesbezüglich kein «grammar nazi» oder so, lege aber trotzdem wert auf saubere und klare Kommunikation. Ich möchte hier ein paar meiner nahezu preisverdächtigen Verkaufserfahrungen aus meiner tutti.ch-Schatzkiste mit euch teilen.

Nun denn. Wir schreiben das späte Jahr 2016. Ein Umzug steht bevor und ich habe etliche, gut erhaltene Möbelstücke zum Verkauf auserkoren. Wobei von Verkauf an dieser Stelle kaum die Rede sein kann - förmlich nachgeworfen waren die vier modernen Stühle mit gebogener, hölzerner Rückenlehne für 5 Schweizer Franken pro Stuhl. Ein paar der Stücke, wie eine Schreibtischlampe, habe ich sogar kostenlos weggegeben. Dies hatte den einfachen Grund, dass die zur Verfügung stehende Zeitspanne für die Abholung der Möbel kurz war. So musste ich vorallem dafür sorgen, dass die Sachen wegkamen.

Natürlich war mir sofort klar, was der Interessent wollte – speziell wenn man dem Verkäufer lediglich ein «interessata» zukommen lässt. In diesen Momenten frage ich mich dann schon ein wenig, was manchen Menschen genau durch den Kopf geht und vorallem, was für eine Antwort sie sich erhoffen.

Eine weitere Krönung der tutti-Anfragen ereignete sich im März 2018, als ein Frustkauf dazu führte, dass wir uns (nach langem Hin und Her) eine neue Kaffeemaschine anschafften. Meine geschätzte Tchibo-Maschine in knallig fetzigem peperonigelb musste nun also weg. Warum also kein klarer Fall für tutti.ch? In den darauffolgenden Tagen wurde ich mit einigen «interessata» Anfragen überhäuft (siehe unten). Man darf dazu noch anmerken, dass die Kaffeemaschine kostenlos war, da ich schnell erkennen musste, dass sie leider selbst über diesen Verkaufskanal nahezu keinen Wert mehr besass... *schluchz

Obwohl dies bereits eine selektive Auswahl dessen darstellt, was man sich hier mit Schmunzeln oder schallendem Gelächter zu Gemüte führen kann, möchte ich trotzdem noch meinen Favoriten kundtun: «adress bitte». Kurz und knapp. Gerade heute, in einer Welt der Vereinfachung, eigentlich ein sagenhaft guter Schachzug – und erst noch höflich.

I'm out.

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