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Schreibtisch unleashed

Lange ist es her, seitdem ich mich an die Tasten gewagt habe. In meinem Leben ist in den letzten Monaten echt viel los gewesen und seit Mitte April sind nun sage und schreibe fünfeinhalb Monate vergangen. Shit. Das tut mir also schon Leid, so wär's nicht. Warum ich jetzt wieder schreibe und warum ich (wiedereinmal) die Ketten meines Schreibtisches sprengte, erfährst du hier:

Eine kreative Ideenflut, eine Arbeit für die Schule oder die elende Steuererklärung, es gibt die Momente, an denen man sich einfach an einen aufgeräumten Schreibtisch setzen möchte. Ja, diese Schreibtische. Oft entsprechen sie eben nicht diesem einladendem Bildnis, dass innerlich schon von Weitem anspricht und sagt «Komm einfach einmal her, setz dich hin und dann machen wir was Tolles».

In den ersten beiden August-Wochen hatte ich Urlaub und habe mir u.a. zum Ziel gesetzt, grosse Fortschritte an einer Arbeit für meine Weiterbildung zu machen. Da sass ich also an meinem Schreibtisch. Hände reibend. Zugegeben, ich war nicht nur überfordert von meiner zu bewältigenden Aufgabe, sondern auch von all dem Krempel darumherum. Das ist der Moment in dem ein mystischen Phänomen den Handlungsstrang zu bestimmen begann, ich nenne es liebevoll die «Ablenkungskette». Man sollte sich auf etwas Bestimmtes fokussieren, doch nahezu das gesamte Universum versucht dich mit anderen Dingen zu beschäftigen - so werden urplötzlich Schränke aufgeräumt, Fenster geputzt, Ming-Vasen abgestaubt und lachend verschollene Postkarten durchgesehen. Im Strudel dieser Ablenkungswelle habe ich dann schliesslich einen Gedanken gefasst, den die darauffolgenden Tage massgeblich beeinflusste: Meinen Schreibtisch gerätetechnisch neu auszustatten.

Bereits seit ich mit meiner Freundin in diese Wohnung einzog, stand da mein alter iMac (2011) - der mit dem dicken Rand - sowie mein Macbook Pro (2013) auf dem Tisch. Vor einigen Monaten, ja vielleicht auch einem Jahr, hatte ich dann die glorreiche Idee mit einem 4K Display mein «Setting» regelrecht aufzupimpen. Faktisch war es schliesslich so, dass ich den Bildschirm mit einem klobigen HDMI-Stecker mit dem Macbook verbinden musste, der den Anschein machte, für das Überstehen eines Angriffs mit Lenkraketen entworfen worden zu sein. Der Stecker war mühsam. Als ich in einer düsteren Stunde bemerkte, dass der Display einige Male ein leises Pfeifen von sich gab, war es dann genug. Die Folge dieser Geschehnisse war, dass ich den Bildschirm nicht mehr verwendete. Während ich diese Zeilen schreibe frage ich mich, warum ich nicht einfach ein neues HDML Kabel kaufte... Nein, darauf lasse ich mich jetzt nicht ein.

Deine brennendste Frage lautet nun sicherlich, für was ich den iMac überhaupt verwendete? Die Antwort darauf hängt mit meiner multimedialen Leidenschaft zusammen. Diese besteht aus Filmen und Serien. Einerseits diese zu schauen und dazu meinen Horizont zu erweitern und andererseits sie zu besitzen. Es geht mir dabei eigentlich um ein Gefühl, jederzeit auf ein Medium in bester, verfügbarer Qualität zugreifen zu können. Dies führte in den vergangenen Jahren zu einem kleinen Ritual, neue Medien mittels iFlicks mit den korrekten Metainformationen (Schauspieler, Cover, Qualität, usw.) anzureichern und anschliessend (streaming-optimiert) für den Apple-TV zu konvertieren. Ein ausserordentlich gutes Gefühl. Genau für diesen Zweck behielt ich den iMac. Dieser lud zunächst Filme, Episoden und Staffeln (zeitweise in rauen Mengen) herunter und konvertierte die Dateien danach akribisch in das Zielformat. Die einen nutzen die Rechenleistung aller zur Verfügung stehenden Altgeräte für das Mining von Kryptowährungen (zumindest als es sich noch lohnte) und die anderen konvertieren halt Filme. Für mehr nutzte ich den iMac kaum mehr, denn während der Konvertierung von Dateien war er total unbrauchbar, generell langsam und teilweise feurig heiss.

Long story short. Bereits seit Anfang dieses Jahres habe ich mir ausgemalt, wie mein die ideale Ausstattung meines Schreibtisches denn aussähe. Damals waren diese Gedanken eigentlich eher vom potenziellen Reichtum durch explodierende Krypto-Kursen getrieben, blieben mir aber erhalten.

Das Ziel verfolgend, meinen Schreibtisch neu auszustatten, sah ich mich mit diesem Moment konfrontiert. Diesen Moment, wo du - wenn du ehrlich zu dir bist - weisst, es wird nun passieren. Das neue «Setting» für den Schreibtisch war bereits (aufgrund der Krypto-Höhenflüge) lange geplant und daher nahezu klar;

  • ein Macbook Pro (15"). Space Gray. Klar.
  • Graue Tastatur und Touchpad. (habe ich mittlerweile noch mit der grauen Magic Mouse erweitern müssen, da ich mit dem Touchpad nur semi-optimal klar kam)
  • LG UltraFine 5K Display. Sieht mega aus. Mega.

Dann ging alles ziemlich schnell. Apple Store. Zuhause. Magische Unboxing-Momente à la iPhone. Finally WOW. Eine tiefe Befriedigung breitete sich aus, wie sie nur eine heisse Schokolade vor einem knisternden Kamin im winterlichen Chalet mit Schneetreiben vor dem Fenster auslösen könnte. Mindestens.

Schreibtisch oben

Schreibtisch seite

Ein weiterer Schritt war schliesslich das ordentliche Abbauen der alten Gerätschaften im Sinne von «aus dem Haushalt entfernen». Ich entschloss mich trotz widriger Erfahrungen die gute, alte Tutti-Maschinerie anzuwerfen. Klappte dieses Mal ganz gut. (weitere Erfahrungen hier).

Ich mag es mir darüber Gedanken zu machen, wie ich Vereinfachung, Minimierung und Optimierung in gewissen Situationen im Leben herbeiführen kann. Dies beisst sich natürlich auf eine gewissen Weise mit dem Konsumismus der ein zentrales Thema für mich und auch dich ist. Für mich vielleicht (manchmal) etwas mehr. Mehr dazu ein anderes Mal.

Gnüsses & Tschüss.

tutti quanti

Tutti quanti

Wer kennt es nicht? Irgendwann im Leben ist man soweit, einige seiner nicht-so-heissgeliebten Möbel oder besessene Gegenstände weiterzugeben. Ein Umzug, eine systematische Aufräumattacke oder regelmässiges, gezieltes Ausmisten. Wenn man die selektierten Dinge nicht gerade verschenken möchte, gelangt man früher oder später auf die hiesigen Internetplattformen für Auktionen oder Online-Inserate. Meine Erfahrungen im Kontakt mit potenziellen Kunden auf diesen Plattformen ist, sagen wir einmal, durchzogen. Wenn ich mir selbst überlege, auf einer solchen Plattform etwas zu kaufen (oder zu ersteigern), dann versuche ich generell einmal einen freundlichen Kontakt zum Verkäufer aufzubauen. Dies geschieht meistens in eine mehr oder minder sinnvolle Verkettung von Begrüssung, meinem Text und einer geeigneten Floskel zur Verabschiedung. Ich bin diesbezüglich kein «grammar nazi» oder so, lege aber trotzdem wert auf saubere und klare Kommunikation. Ich möchte hier ein paar meiner nahezu preisverdächtigen Verkaufserfahrungen aus meiner tutti.ch-Schatzkiste mit euch teilen.

Nun denn. Wir schreiben das späte Jahr 2016. Ein Umzug steht bevor und ich habe etliche, gut erhaltene Möbelstücke zum Verkauf auserkoren. Wobei von Verkauf an dieser Stelle kaum die Rede sein kann - förmlich nachgeworfen waren die vier modernen Stühle mit gebogener, hölzerner Rückenlehne für 5 Schweizer Franken pro Stuhl. Ein paar der Stücke, wie eine Schreibtischlampe, habe ich sogar kostenlos weggegeben. Dies hatte den einfachen Grund, dass die zur Verfügung stehende Zeitspanne für die Abholung der Möbel kurz war. So musste ich vorallem dafür sorgen, dass die Sachen wegkamen.

Natürlich war mir sofort klar, was der Interessent wollte – speziell wenn man dem Verkäufer lediglich ein «interessata» zukommen lässt. In diesen Momenten frage ich mich dann schon ein wenig, was manchen Menschen genau durch den Kopf geht und vorallem, was für eine Antwort sie sich erhoffen.

Eine weitere Krönung der tutti-Anfragen ereignete sich im März 2018, als ein Frustkauf dazu führte, dass wir uns (nach langem Hin und Her) eine neue Kaffeemaschine anschafften. Meine geschätzte Tchibo-Maschine in knallig fetzigem peperonigelb musste nun also weg. Warum also kein klarer Fall für tutti.ch? In den darauffolgenden Tagen wurde ich mit einigen «interessata» Anfragen überhäuft (siehe unten). Man darf dazu noch anmerken, dass die Kaffeemaschine kostenlos war, da ich schnell erkennen musste, dass sie leider selbst über diesen Verkaufskanal nahezu keinen Wert mehr besass... *schluchz

Obwohl dies bereits eine selektive Auswahl dessen darstellt, was man sich hier mit Schmunzeln oder schallendem Gelächter zu Gemüte führen kann, möchte ich trotzdem noch meinen Favoriten kundtun: «adress bitte». Kurz und knapp. Gerade heute, in einer Welt der Vereinfachung, eigentlich ein sagenhaft guter Schachzug – und erst noch höflich.

I'm out.

Thementornado #1

Thementornado #1

Meine letzten Zeilen, die ich für diesen Blog verfasste, sind nun fast zwei Monate her. Der Bedarf meinen Gefühlen und Gedanken Ausdruck zu verleihen und diese in Worte zu giessen wächst Tag für Tag ein wenig und nun suchen sie sich ihren Weg nach draussen. In den vergangenen 8 Wochen haben mich einige Themen beschäftigt.

Im Januar dieses Jahres habe ich den Twitter-Account «TeslaSchweiz» übernommen. Wie auch mein Vorgänger setze ich mir mit diesem Projekt zum Ziel, eine interaktive Community in der Schweiz zu etablieren. TeslaSchweiz soll eine Anlaufstelle für Besitzer von Teslas wie auch interessierte Menschen im deutschsprachigen Raum sein und gleichzeitig als Informationskanal zu wichtigen oder spannenden Themen rund um Tesla dienen. Natürlich bewege ich mich mit dieser Vorstellung nicht alleine im Feld, mittlerweile gibt es in nahezu jedem europäischen Land Dutzende solcher «Clubs» und dazugehörige Social-Media Accounts. Diese lassen sich glücklicherweise noch mit ihrem Auftreten, der Gestaltung und Informationsqualität differenzieren.

Als am 8. März 2018 der Genfer Autosalon startete, las ich von einem Unternehmen namens Caresoft, welches doch tatsächlich inoffiziell ein Tesla Model 3 ausstellte. Tesla selbst war nicht vor Ort - spannend. Im Interesse den Model 3 endlich mit eigenen Augen zu sehen, nahm ich Kontakt zum hiesigen Aussteller auf. Wir verabredeten uns für den Samstag des ersten Ausstellungswochenendes und meine Vorfreude war riesig. Als wir am Samstagmorgen die Wohnung verliessen und noch im Fahrstuhl standen, erhielt ich eine knappe E-Mail, dass das Fahrzeug aus der Halle entfernt wurde. Scheinbar war die Ausstellung des Model 3 lediglich für die ersten 3 Tage angedacht. In Gedanken sprang ich dem netten Herren – aufgrund seines Mangels an Informationen und Voraussicht – an die Gurgel. In der Realität antwortete ich ihm enttäuscht auf seine E-Mail und der Trip fiel ins Wasser. Der Frust äusserte sich zudem noch am gleichen Tag in einer neuen Kaffeemaschine.

An einem unscheinbaren Abend vor etwa vier Tagen hatte ich meinen ersten Hexenschuss. Das Gefühl von Alter und Gebrechlichkeit zuckte mir durch den Kopf wie der glühende Dolch des Schmerzes in den Rücken. Ich hörte schon viele Male – von vorwiegend Personen älterer Generationen – von diesem äusserst leidigem Erlebnis, bis dato konnte ich mir die Einzelheiten jedoch nicht vollumfänglich vorstellen. Jetzt weiss ich allerdings, dass es sich anfühlt als würde ein Teil der Wirbelsäule mit festem Griff umklammert. Ein enormes Druckgefühl, welches sich durch eine einzelne, streckende Bewegung knackend und wieder einrastend auflösen konnte. Leider ist dies nicht bis anhin nicht der Fall. Einen Tag nach dem Vorfall besuchte ich einen Osteopathen. Die überaus ungute Angewohnheit (nach einer Geschehnisses wie diesem) mittels Google nach möglichen Ursachen/Lösungen zu forschen, setzte mir den Floh ins Ohr, dass eventuell ein Wirbel leicht verrückt sein konnte. Völliger Schwachsinn, wie sich beim Besuch des Mediziners herausstellte. Trotzdem war es eine sehr bereichernde und auch «öffnende» Session. Die Betrachtung des gesamten Mechanismus des menschlichen Körpers ist schlüssig und die betrachtete Vernetzung der verschiedenen Teile und Areale des Körpers macht Sinn. Ein überaus spannendes Thema, welches ich mir auf die eine oder andere Weise sicher bald wieder zu Gemüte führen werde.

Vor etwa zwei Wochen ereignete sich ein Todesfall in meinem nahen, familiären Umfeld. Ich konnte den Prozess des Abschiednehmens, des Sterbens und der Trauer hautnah begleiten. Bewusst wähle ich das Wort «konnte» und nicht «musste», denn nebst all den Emotionen die sich im Moment in einem unendlichen Strudel von Gefühlen vermengen, empfinde ich das Erfahrene auch als Geschenk. Ein Geschenk der Güte und der Liebe. In dieser emotional sehr dichten Zeit stellte ich mir viele Fragen, die einen bedürfen keinerlei Anwort und die anderen wurden mir womöglich bereits beantwortet – jedoch entziehen sich mir die Antworten noch. Ich habe Vertrauen, dass mir die Zeit diese Antworten offenbahren wird. Irgendwann. Wellenförmig, wie wenn ein Tropfen in die Oberfläche des Wassers eintaucht, gesellt sich auch die Trauer dazu. Ein Gefühl welches ich zulasse und spüre, ganz bewusst. In den nächsten Monaten werde ich sicherlich noch einige Male den Bedarf verspüren, ein paar Worte zu diesen Erfahrungen und Gedanken zu verlieren.

Alles ins All

Alles ins All

Nicht nur Elon Musk startete in den letzten Jahren mit SpaceX zigmal ins All, auch ich tat es. Er beförderte Güter für die ISS, Satelliten oder geheime Staatsprojekte in die Erdumlaufbahn - ich dagegen bin eher so der Händlertyp, der einige Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt, versucht sich mit interstellaren Transporten einen Namen zu machen. Okay okay, ich lasse die Katze aus dem Sack: Ich spreche von einem Videospiel, nicht der Realität, konkret von Elite Dangerous.

Bereits seit meinen Zeiten als Gamer-Teenager, der sich wenig um seine randalierende Haut scherte und viel Zeit in MMORPGs verbrachte, interessiere ich mich für die unendlichen Weiten des Weltraums. Selbst heute sprechen mich Sci-Fi Medien noch magisch an und wecken die Faszination zum uralten, mystischen All wieder von Neuem. Früher habe ich Zeit in «SpacePioneers» investiert - ein strategisch angesiedeltes Browserspiel mit Echtzeit-Elementen, sodass eine Lieferung Rohstoffe von einem zum nächsten Sonnensystem bspw. reale Tage dauerte und nicht ein paar Sekunden. Durch dieses Konzept war man daher auch gezwungen, sich den Gütertransport mehr vorzustellen als visuelle Unterstützung vom Spiel zu erhalten. Nachdem der Innovationszug rundum die Grafik der 3D Videospiele eine neue Geschwindigkeit erreichte, wurde das Spiel jedoch irgendwie nicht mehr weiterentwickelt... zumindest kommt es mir heute so vor, vielleicht war auch meine Motivation erschöpft (wie mein damals einzig solides Standbein, die Kupfermine auf meinem Heimatplaneten).

Über einen Arbeitskollegen wurde ich nun Jahre später in den Bann eines (für mich bislang) eher unscheinbaren Spiels gezogen - Elite Dangerous. Der Name und die dazugehörigen Screenshots liessen mich vor Monaten, beim Stöbern durch den PlaystationStore, zurückschrecken und ich dachte instinktiv «Nicht noch so ein Shooter». Ich habe mich getäuscht, denn es verbirgt sich weit mehr in diesem Spiel als ein paar Schlachten in den Weiten des Alls. Zu Beginn startet man in eine gigantische Welt mit einer nahezu unendlichen Anzahl von bereisbaren Systemen, Planeten und Monden: Unsere Milchstrasse.

400 billion star systems at an incredible 1:1 scale, with a full galactic and technological simulation based on real scientific principles.

So steht es auf der Webseite www.elitedangerous.com, so ganz glaubt man dies zu Beginn nicht. Doch nach einem Blick auf die «galaktische Karte» und nach der Entdeckung der darin enthaltenen Zoom-Funktion, fällt es wie Schuppen von den Augen. Unglaublich! Der Spieler startet in so einer Art «Weltraum-Smart». Dieses kleine Vehikel bringt dich loyal von A nach B, jedoch ist es beispielsweise in der Sprungweite (zwischen den Systemen) eingeschränkt, sodass man bald schon mit grösseren Modellen liebäugelt. Das Spiel ist ziemlich komplex und schreckt zu Beginn etwas durch die augenscheinlich mühsame Steuerung ab. Hat man sich jedoch ein paar Youtube-Videos bedient und eine Hand voll Tutorials gesichtet, geht es immer leichter von der Hand. Einige Aspekte die mir sehr gut gefallen:

  • Die bespielbare Welt, die zur Verfügung steht, ist unfassbar gross. Gerade in sich zusammenfallende Sterne (weisse Zwerge) wie auch Asteroidengürtel von manchen Planeten bieten ein faszinierendes Schauspiel mit einer beachtlichen Detailtiefe.

  • Man ist in der Lage durch die gigantischen Asteroidengürtel zu fliegen (um z.B. Bergbau zu betreiben) und sogar auf Planeten zu landen.

  • Es steht eine beachtliche Auswahl an möglichen Schiffen zur Auswahl, die man jedoch auch nicht überall erwerben kann. Dasselbe mit Rohstoffen, Passagieren oder im Allgemeinen Aufträgen - je nach Gebiet, Station und System stehen andere Güter zur Auswahl.

  • Die Landung auf Planeten oder das Andocken auf Raumstationen geschieht manuell. Vom Ausfahren des Fahrwerks bis zum Einholen der Landeerlaubnis.

  • Das Universum, in dem man sich bewegt, ist für alle Spieler dasselbe. Es lässt sich beliebig zwischen Einzelspieler (alleine mit NPCs) und «Open Game» (alle Spieler zusammen) hin- und herschalten, ohne irgendwelche Gegenstände oder Schiffe zu verlieren.

  • Es gibt kein konkretes Spielziel, man ist sich selbst überlassen, kann selbst entscheiden und sich entweder als Kampfpilot, Händler, Schmuggler oder Rebell seine Brötchen verdienen.

  • Die Entwicklungs-Roadmap der Softwareschmiede Frontier Developments ist prall gefüllt, allen voran das nächste, grosse Update «Beyond» Ende des Jahres 2018. Es soll die grafischen Elemente besonders bei den Landungen auf Planeneten enorm verbessern und Atmosphäre wie auch Wetter als Spielfaktoren einfliessen lassen. Ich bin gespannt!

Jedem der ab und an gerne einen Controller in die Hände nimmt, sich für Weltraum interessiert und sich nicht von einer komplexen Spielmechanik abschrecken lässt, empfehle ich das Spiel herzlich! Macht euch auf, beladet eure Schiffe mit Treibstoff und zündet die Triebwerke, in 3..2..1.

Frohes neues Jahr

Frohes neues Jahr - zum millionsten Mal.

Es ist nun Mitte Januar des neuen Jahres. Ja, sogar schon zweite Hälfte Januar. Der Normalo vom Typ Durchschnitt, was Urlaub & Sylvestereskapaden angeht, arbeitet seit gut zwei Wochen wieder im regulären Rhythmus. Die Festlichkeiten rund um den schillernden Übergang ins 2018 sind bald schon im Nebel der Vergangenheit vergessen. Trotz alledem werden mir noch heute - obwohl zweite Hälfte Januar (hust) - Hände mit verschiedensten Eigenschaften (von kalt bis feuchtwarm) entgegengetreckt und beispielsweise auf Schweizerdeutsch die Worte "Es guets Neus no, gäll" zugeraunt. In Kombination mit dem damit einhergehenden, gesellschaftlichen Druck dankend und lachend die Hand zu packen und kräftig zu schütteln. Einen ernst gemeinten Glückwunsch sollte darauf ebenfalls erwidert werden. Notfalls reicht ein zustimmendes Nicken. Nein, das ist mir nicht nur einmal passiert. Gefühlt habe ich in den letzten 10 Tagen sicher 1 Million Hände - im beschriebenen Prozdere - geschüttelt. Okay, in Tat und Wahrheit waren es wahrscheinlich merklich weniger, trotzdem musste ich dieser Entwicklung etwas Raum geben.

Summa summarum sind wir alle - ob bewusst oder nicht - funkensprühend und mit lauten, kehligen Glückwunsch-Rufen begleitet ins neue Jahr geschlittert. Fact. And here we are. Ah ja, noch ein frohes neues Jahr! Ba dum tss.

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Update v8.1 (2017.50.3 f3425a1)

Neues Update von der Tesla-Front. Ein besonderes, könnte man fast sagen. Interessanterweise wurde die Software-Aktualisierung v8.1 (2017.50.3 f3425a1) wohl an die gesamte Fahrzeugflotte weltweit verteilt, denn erst gestern am 1. Januar 2018 wurde das Update in den USA ausgerollt (electrek berichtete) und heute bereits in Europa. Spannend - im Vergleich zum letzten Mal (siehe früherer Beitrag).

Automated Wipers (BETA)

Bereits seit dem Umstieg auf die Autopilot 2.0 Hardware wurde dieses Feature schmerzlichst vermisst. Viele Fahrer ägerten sich masslos über die nicht vorhandene Scheibenwischer-Automatik, die heute bei nahzu allen Fahrzeugen der Mittel- oder Oberklasse anderer Marken zum absoluten Standard gehört. Grund für das Fehlen der Funktion war sicherlich dessen Prioriät beim Aufbau des neuen "Tesla Vision"-Systems, die wichtigen Komponenten wie Lenkassistenz oder adaptiver Tempomat waren in der Implementierung wohl vorgezogen worden. Zudem besitzen die S/X Modelle heute auch keine Regensensoren, dies dürfte die Umsetzung natürlich erschwert haben. Die Funktion wurde nun sehr wahrscheinlich mittels der Bildverarbeitung und Mustererkennungssysteme von Tesla Vision umgesetzt. Somit ist es nun möglich, die verschiedenen Arten von Feuchtigkeit auf der Frontscheibe und unterschiedlichen Stärken von Regen über die Kameras des Fahrzeugs zu erkennen. Insgeheim würde es mich reizen zu erfahren, wie sie das gemacht haben - vielleicht erfahren wir später mehr dazu.

Erfahrung: Die Rückmeldungen in den sozialen Medien sind bisher überaus positiv, zumal dieses lang ersehnte Update nun endlich angekommen ist. Nachdem nun endlich Regen kam - räusper - konnte ich die automatischen Scheibenwischer auch einmal testen. Kurz gesagt: Sie funktionieren gut. So wie man es von Scheibenwischer her erwarten kann. Klar, hört sich nun erstmal belanglos an, aber das ist doch ganz schön beeindruckend. Wenn man bedenkt, dass Tesla nun in der Lage ist, ohne Regen- oder Feuchtigkeitssensoren die Scheibenwischer zu bedienen...

Tesla Software Update

Update v8.1 (2017.50.2 3bd9f6d)

Hallo. Gestern am Montag 25. Dezember habe ich endlich wieder einmal ein Software Update für den Tesla bekommen. Das letzte Update der Firmware war 6-8 Wochen her und zuvor hielt interessanterweise ein ungefährer Update-Zyklus von jeweils 30-35 Tage inne. Weshalb dies so ist? Ich weiss es auch nicht. Via Twitter versuchte ich bereits an mehr Informationen zu kommen, wie der Releasezyklus der Firmwareupdates sowie die teilweise erheblichen, zeitlichen Verschiebungen zwischen USA und Europa betrifft - bisher leider ohne Erfolg.

Trotzdem möchte ich hier ganz kurz ein paar Worte über die Änderungen im Rahmen des neusten Updates v8.1 (2017.50.2 3bd9f6d) berichten:

Easy Entry Funktion

Durch electrek wurde bereits einige Male über dieses neue Feature berichtet. Scheinbar hatte sich ein Twitter-Nutzer bei Elon Musk über das teilweise mühsame/schwierige Ein- und Aussteigen aus seinem Tesla Model S beklagt. Dieser hat das Problem eingesehen und "Musk like" gleich einmal versprochen, es asap zu beheben. Wenig später folgte dann das entsprechende Over-The-Air Update. Auf dem Benutzerprofil innerhalb des Fahrzeugs kann nun die "Easy Entry"-Funktion pro Profil aktiviert werden. Die Aktivierung erzeugt ein neues Profil, welches ebenfalls den Namen "Easy Entry" trägt. Auf diesem Profil lässt sich nun die ideale Position von Lenkrad und Fahrersitz speichern, wie man es für einen angenehmen Ein- und Ausstieg nötig hat. Es wäre ja nicht so, dass man ohne diese brandneue Funktion nicht aus oder in das Auto einsteigen könnte - aber warum auch nicht etwas angenehmer machen?

Erfahrung: Man kann auch gut ohne leben, ABER es vereinfacht das Ein- und Aussteigen tatsächlich. Zudem fühlt man sich wie in einem Raumschiff, wenn sich Lenkrad und Sitz automatisch auf den Fahrer ausrichten, sobald man fahrbereit ist. Dieses zusätzliche Luxus-Gefühl ist somit einfach ein kleines i-Tüpfelchen auf dem i-Tüpfelchen.

Battery Climate Control

Dieses Feature ist tatsächlich neu und wurde erst letzte Woche via electrek gespreaded. Aufgrund der eisigen Kälte im Winter (oder auch als Standardausstattung in bestimmten Ländern erhältlich) limitiert die Batterie des Teslas die abrufbare Leistung während des Fahrens. Je nach Temperatur braucht es einige Kilometer, bis die Batterie eine optimale Betriebstemperatur erreicht hat. Die Tesla-App erlaubt es bekanntlich, der Innenraum des Fahrzeugs bereits vor der Abfahrt auf eine angenehme Temperatur vorzuheizen. Das genannte Feature soll nun diese Funktion entsprechend erweitern und es ermöglichen, auch die Batterie bereits vor der Abfahrt vorzuwärmen. Dies führt dann dazu, dass man bereits bei der Abfahrt die volle Leistung zur Verfügung haben soll. In der App wird bei der Aktivierung die benötigte Energie für das Vorheizen der Batterie angezeigt. Macht viel Sinn.

Erfahrung: Konnte es bis anhin noch nicht aktiv ausprobieren, da die Freischaltung der Funktion einerseits durch die App-Version und andererseits der Firmware-Version des Fahrzeugs bedingt ist. Vielleicht ist die Version der Firmware auch noch nicht "hoch genug". Jedoch habe ich mich schon einige Male über die eingeschränkte Leistung "aufgeregt". Okay, um ehrlich zu sein war es eher ein kurzes Schnauben, da es ziemlich nachvollziehbar erscheint, weshalb dem so ist. Unter dem Strich freue ich mich aber über die ergänzende Funktion - sie macht das Fahren bei niedrigen Temperaturen auf jeden Fall angenehmer.

Slow Mode

Ist ebenfalls bereits seit einiger Zeit in der USA (und auch in Europa) bekannt. Nun auch in meinem Tesla angekommen. Es handelt sich dabei um einen speziellen Modus der Beschleunigung. Unter dem Strich ist es einfach weniger Beschleunigung in Kombination mit einer leicht verzögerten Reaktion, das Fahrverhalten wird daduch sehr... sagen wir "zaghaft". Ursprung fand dieses "Feature", soweit mir bekannt ist, ebenfalls bei einem Twitter-Nutzer der das Fehlen der Funktion bei Elon Musk bemängelte. Es handelte sich dabei um Menschen, die mit der schnellen Reaktion und der enormen Beschleunigung vorallem der Modelle S/X nicht klarkamen. Wie ich es drehe und wende - zu 90% Unverständnis. Vielleicht ist es eine gewinnbringende Funktion, wenn sich die 95 jährige Grossmutter spontan ein Model X zulegt und es doch einfach gerne "etwas ruhiger" hätte, was das Fahrverhalten angeht.

Erfahrung: Nein. Nein! Ist sowas von deaktiviert. Wenn du gerne Tesla fährst, brauchst du das ganz bestimmt nicht. Beim besten Willen. Herrje.

Weihnachten 1.0

Weihnachten 1.0

Last Christmas schreit es aus dem Radio und in Geschäften, du weisst, es ist wieder soweit. Der tobende Sturm aus Geschenkpapier in "knalligen" Farben mit silbrig glänzenden Rentieren, grünen Wäldern aus Tannenbäumen in 97 Abstufungen vor jedem einzelnen Einkaufscenter und dem nationalen Keksefieber hat begonnen. Ich mag die Weihnachteszeit. Ja, im Grunde genommen mag ich sie wirklich. Als Kind war Weihnachten eines der Ereignisse im Jahr, die von Aufregung und äusserst spannenden Aktivitäten geprägt waren; Transport und Schmücken des Weihnachtesbaums, zur Hand gehen beim Backen von zig verschiedenen Sorten Keksen und natürlich die Vorbereitungen der eigenen Geschenke für die Familie. Gerade während ich dies schreibe, wird mir bewusst, dass ich für diese Erlebnisse als Kind sehr dankbar sein kann! Schliesslich ist es nicht selbstverständlich, dass man dies auf diese Weise erfahren darf - von daher, ganz im Rahmen der pre-weihnachtlichen Glitzerstimmung: Danke!

Der Gedanke, dass man sich zu Weihnachten etwas zurückzieht, sein Nest schmückt und eine gemütliche, warme Atmosphäre für Familie und Freunde erschafft, gefällt mir sehr gut. Aus Gründen, die sich höchstwahrscheinlich auf ein dezent erhöhtes Stressniveau in den letzten Wochen & Monaten zurückführen lassen, kam Weihnachten dieses Jahr ziemlich plötzlich um die Ecke. Dies führte dazu, dass für grössere Vorbereitungen (#LichterkettenAufDemBalkon #100verschiedeneKekse #4MeterTannenbaum) und damit einhergehende, potenzielle Männerprojekte keine Zeit blieb. Gedanklich notiere ich mir für nächstes Jahr also, früh genug entsprechende Slots einzuplanen.

Trotz der vielen schönen Dinge, gibt es auch ein paar überaus mühsame, hässliche und nervige Schattenseiten: Der fiktive Staudamm namens Weihnachtsgeschäft, der wie jedes Jahr die Flut von Deko-Artikel bis zum Tag X zurückhält, berstet und schleudert eine gigantische Menge von Plastik-Kläusen und -Rentieren übers Land. Seit über einem Monat spühlt es wüste Dekorationsgegenstände wie 1-Meter grosse Hohlkörper in der Form von Rentieren, funkelnde Glitzerrobben (WARUM WTF?) oder lebensgrosse Weihnachtsmann-Puppen durch die Läden. Wir sprechen hier nicht mehr von ein paar besinnlich flackernden Kerzen, einer Tasse dampfenden Gewürztee und duftendes Knuspergebäck - Nein. Das brutale, extravagante Überangebot in Gold-, Silber- und Rottönen von tausenden von Produkten in dieser Zeit, schnürt einem einfach die Kehle zu. Natürlich leben wir in geografischen Gegebenheiten, die ein breites Angebot an verschiedensten Produkten zulassen, aber die Ausmasse übersteigen - zumindest in meinen Augen - mittlerweile die "gesunde Mitte" um ein Vielfaches! *durchschnauf*

Aber okay, heute kann ich daran auch nichts mehr ändern. Das Wissen, dass ich auch am frühen Morgen des 24. Dezembers noch eine 3-Meter hohe Nordmanntanne aus feinstem Kunststoff bekäme, ist überaus beruhigend. Wenden wir uns nun wieder den (oh-du) fröhlichen Dingen im Leben zu: Schöne Weihnachten!

Männerprojekte

Männer und ihre Projekte

Ein Baumhaus bauen, ein neues Regal zimmern, einen hölzernen Boden auf dem Balkon auslegen oder ein ausgeklügeltes Lichtsystem installieren. Immer wieder gibt es diese gearteten Aufgaben, die man als Mann (und männliches Stammensoberhaupt der Familie) selbst in die Hand zu nehmen hat - und man will es eigentlich auch. Dabei von einem "Projekt" zu sprechen macht in meinen Augen ziemlich viel Sinn, denn die Durchführung dieser teils komplexen Arbeiten benötigen in den meisten Fällen eine saubere, vorgängige Planung. Wenn wir uns das Baumhaus-Beispiel nochmals vor Augen führen, wird schnell klar, dass sich eine Planung wohl auch positiv auf die spätere Stabilität, Tragfähigkeit und das Erscheinungsbild des Gebildes auswirken wird. Bei kleineren Arbeiten, wie ein Bild aufzuhängen, ist oftmals weniger vorgängige Überlegung notwendig. Wobei auch diese Zeit nicht schlecht investiert zu sein scheint, wenn wir daran denken, dass in den Wänden einer Wohnung eine für mich unbestimmbare Anzahl von Schläuchen, "wichtigen" Kabeln und Rohren verläuft. Die Beschädigung von solchen Dingen würde ich vermeiden wollen, daher ist auch da eine - wenn auch kleine - planerische Vorarbeit nötig. Sobald wir uns einen groben Überblick über die Sachlage verschafft und nun auch ein ungefähres Bild über das Endergebnis vor dem inneren Augen haben, können die weiterführenden Schritte zur Umsetzung eingeleitet werden.

Zugegeben, ab und zu funktioniert es auch gerade anders herum. Dem dringlichen Wunsch nachgebend, diese ausgewöhnlich coolen LED-Panele zu installieren (die sich über eine App mit sagenhaften Funktionen steuern lässt), suchen wir nach tollen Möglichkeiten und Win-Win Situationen, wo wir diese Anschaffung gewinnbringend einbringen können. Sobald die Saat der prächtigen Idee ausgestreut ist und das Projekte das notwendige Minimum an Akzeptanz gewonnen hat, beginnen auch an diesem Punkt die "internen" Überlegungen zur Planung, wenn dies nicht längst geschehen ist.

Die Männerprojekte müssen auch nicht Baumhäuser sein. Baumhäuser sind ziemlich klischeebehaftete, klassische Konstrukte, die wir heute fast mehr im Fernseher antreffen als bei unseren Nachbarn oder bei uns selbst. Ich bin handwerklich nicht gerade immer der selbstsicherste Mensch und fühle mich dabei jeweils wie ein kleiner Junge. Mit Leim im Gesicht. Bei technischen Installationen bei denen eine Affinität zu Elektronik (und digitalen Spielereien) von Vorteil ist, erwacht jedoch Erfindergeist in mir, die ich in vollen Zügen geniesse und auskoste. Selbst wenn Planung und die nötigen Vorbereitungen viel Zeit & Mühe kostet, strebe ich dann einzig dem finalen Ergebnis entgegen. Wenn die Umsetzung dann nach Stunden, Tagen oder Monaten abgeschlossen ist, man(n) verschwitzt vor seinem Werk steht und Zufriedenheit verspührt, dann hat sich die Arbeit einfach gelohnt.

Meiner Meinung nach brauchen vor allem Männer diese Projekte. Diese übergreifenden Aufgaben und zu lösenden Problemstellungen. Das Gefühl gebraucht zu werden und mit den Maschinen, dem Werkzeug eine gute Lösung zu entwickeln. Allerdings werden nicht alle Problemstellungen als würdig genug und als richtige Männerprojekte wahrgenommen. Erst wenn das nötige Interesse und die dazugehörige Motivation für die Problematik entfacht ist - dann kann das Projekt starten. Selbstverständlich macht uns die Lösung dieser Probleme auch sehr stolz und insgeheim grossen Spass. Den kurzen Rausch des Ruhms wenn etwas Kaputes repariert wurde (und vielleicht sogar besser als vorhin funktioniert) ist betörend und aufregend zugleich. Die werte Frau im Hause rollt hin und wieder gerne mit den Augen und kommentiert die Projektaktivitäten gegenüber anderen mit den Worten "(...) er ist da schon lange dran (...)" oder "(...) hat sich da wieder hineingesteigert (...)". Besonders amüsant zu beobachten ist, wenn sich die Frauen dann bei den eigentlich Umsetzungsarbeiten (während gebaut, gestrichen oder montiert wird) heranschleichen und äusserst interessiert beobachten, was nun genau geschieht.

An dieser Stelle möchte ich kurz ein Beleuchtungsprojekt vorstellen, welches vor ungefähr drei Wochen umgesetzt wurde.

Problemstellung: Wohnbereich ist zu dunkel.
Lösung: Mehr Licht.

Was sich einfach anhört, war tatsächlich eine knifflige Angelegenheit. Ein insgesamt ca. 5 Meter hohen Luftraum, eine 6 Meter lange LED-Lichterkette (Philips Hue Lightstrip) und mässige Freude was Arbeiten in luftiger Höhe angeht. Meine Planung war diesbezüglich lediglich durchschnittlich und es war noch eine gesunde Portion Improvisation notwendig. Mittels drei verschiedener Leitertypen konnte die Höhe schliesslich überwunden werden. Eines der stärksten, doppelseitigen Klebebänder auf dem Markt übernimmt die Aufgabe das installierte LED-Band zu fixieren, was (nebst der auch für Finger klebrige Angelenheit) kein grosses Problem darstellte. Während der Planungsphase erörterte ich mittels Prototypen aus Karton, ob der Spalt hinter dem Querbalken genug gross war, damit das LED-Band hindurch passte. Der Prototyp zeigte erfolgreich, dass dies sicherlich kein Hindernis darstellen sollte. Naja, sollte. Die Realität am Tag der Umsetzung bedeutete, dass der Lightstrip mit einer Silikonhülle daherkam (was ich nicht erahnen konnte) und daher wesentlich dicker war, als zu Beginn angenommen. Lange Rede, wenig Sinn: Ein Stück Schleifpapier, welches mit Panzertape zu einem individualisierten Werkzeug umgerüstet wurde, ermöglichte mir schlussendlich die schmale Öffnung hinter dem Balken etwas auszufeilen und zu vergrössern.

Liebe Männer, haltet euch bereit, die richtig wichtigen Projekte in Angriff zu nehmen. Wenn auch nicht sofort. Seid wachsam und greift an, wenn sie viel- und erfolgsversprechend sind.
Aus dem Schatten. Wie eine wilde Bestie. Oder so ähnlich.

Placeholder

Tesla Autopilot

"Fährt der wirklich alleine?", "Kannst du während der Fahrt auf Youtube?" und "Du musst gar nichts mehr machen, oder?". Diese und weitere interessante Fragen treffe ich nun bereits seit über einem Jahr an. Da ich bis vor 2 Monaten nahezu alles an Neuigkeiten, Testberichten und Interviews verschlang, was die Entwicklung von Tesla betrifft, konnte ich daher meist auch gute Antworten formulieren - leider ohne persönlichen Bezug zur Realität.

Ebenfalls seit zwei Monaten bin ich nun stolzer Besitzer eines grauen (Midnight Silver Metallic) Model S, mit dem ich seither über die asphaltierten Strassen fliege.

Delivery

Ich lese immernoch so einiges im Zusammenhang mit Tesla (sowie den weiteren Musk-Unternehmen SpaceX, Boring Company, SolarCity, Hyperloop). Nun kann ich in die oben genannten Antworten jedoch auch mit persönlichen Erfahrungswerten anreichern und etwaigen Interessenten ein etwas schärferes Bild vermitteln.

Aktueller Entwicklungsstand

Aktive Firmware: v8.1 (2017.42 a88c8d5) / Aufenthaltsort: Schweiz

Um den Begriff "Autopilot" gab es in den vergangenen zwei Jahren viel Umtrieb und Verwirrung. Schnell waren die Gedanken bei dem, was wir aus dem Fernsehen kennen, einem Computersystem welches ohne zetern und mit absoluter Sicherheit die Kontrolle über das Gefährt oder Raumschiff übernimmt, es sicher durch Astroidengürtel und jeglichen Strassenverkehr lenkt - selbstverständlich ohne jegliches Zutun des "Mitfahrers".

In dieser Dimension sind wir natürlich noch nicht ganz angekommen. Tesla nennt den "Autopiloten" eigentlich Lenkassistent, die Umbennenung des Begriffs muss wohl nach dem ersten öffentlichen Aufschrei vorgenommen worden sein. Schlecht finde ich es nicht, obwohl mir Autopilot einfach nach wie vor leichter von der Zunge geht.

Bevor ich nun aus meiner Sicht beschreibe, was zum heutigen Zeitpunkt möglich, bzw. nicht möglich ist, möchte ich darauf hinweisen, dass die Verteilung von Softwareupdates in Bezug auf die besagten Autopilot-Features ein weltweiter Prozess ist. Das bedeutet, dass in den USA bereits weitere Updates im Umlauf sind (ebenfalls für einzelne Bundesstaaten unterschiedlich), die hierzulande noch nicht zur Verfügung stehen. Dies hat zur Folge, dass sich nahezu alle Länder/Kontinente an verschiedenen Positionen in dieser Verteilung befinden und somit auch andere Funktionen/Verbesserungen zur Verfügung stehen.

Heute ist der angepriesene Autopilot tatsächlich eher Lenkassistenz als wirklich mehr. Eine Kombination von adaptivem Tempomat und Spurhalteassistent führen zu einem gelungenen Bild eines selbstfahrenden Fahrzeug. Das Lenkrad bewegt sich von allein und die Geschwindigkeit des Fahrzeugs wird sauber durch die Erkennung des Vordermanns oder des eingestellten Maximalwerts gesteuert. Selbst der Spurwechsel kann automatisiert durchgeführt werden, dafür muss lediglich der entsprechende Blinker gesetzt werden. Danach prüft der Tesla automatisch, ob die Bedingungen für einen Wechsel der Spur erfüllt werden - gestrichelte Fahrbahnabgrenzung, keine nahenden Fahrzeuge sowie ein freier Platz auf der anderen Spur gehöhren sicherlich zu den wichtigsten Faktoren.

Mögliche Gefahren und Schwierigkeiten

Trotzdem ist Vorsicht geboten, beispielsweise erkennt der Tesla noch nicht, dass bei einer freien Fahrbahn aber einem anderen Fahrzeug auf der linken Spur nicht überholt werden darf. In diesem Moment muss der Fahrer korrigierend eingreifen und die Maximalgeschwindigkeit reduzieren oder die Funktion entsprechend deaktivieren. Zudem ist klar spürbar, dass der Lenkassistent noch nicht mit dem Navigationssystem korrespondiert, da z.B. nahende Kurven nicht beachtet werden. Das kann - bei Unaufmerksamkeit - durchaus eine reale Gefahr darstelle - so könnte man mit überhöhter Geschwindigkeit über eine Kurve "hinausschiessen". Die eigentliche Schwierigkeit hierbei rührt vorallem daher, dass enge Kurven bei einer hohen Geschwindigkeit eine schnelle Reaktion des Systems erfordern. Bei scharfen Biegungen der Strasse ist das System also nicht vollends in der Lage eine schnelle Reaktion auszulösen. So sollte meines Erachtens die Geschwindigkeit vor Kurven entsprechend reduziert werden, damit die Kamera- und Kontrollsysteme auch genügend Zeit für die Erkennung und Steuerung des Fahrzeugs haben. Dass diese Art der Information schon längst zur Verfügung steht, zeigen uns aktuelle Navigationssystem-Alternativen von TomTom, Garmin, usw. So führen diese die nächsten "Ereignisse" auf der eingegebenen Route genau auf und geben dem Fahrer bekannt, dass in 150 Meter eine scharfe Linkskurve folgt (als Beispiel). Nebst diesem zentralen Makel gibt es diverse kleine Verbesserungen, mithilfe dessen das System reifen könnte. Nachfolgend sind zwei weitere Beispiele aufgelistet:

  • Das Erkennen einer potenziellen Überholung auf der rechten Spur, wenn ein anderes Fahrzeug mit tieferer Geschwindigkeit auf der linken Spur fährt.
  • Bei stockendem Verkehr oder Stau auf mehreren Spuren: Das korrekte Einschätzen der Situation und Verhindern eines "Autoparken"-Vorschlags an den Fahrer, wenn auf der angrenzenden Spur etwas Platz durch aufrückende Verkehrsteilnehmer entsteht.

Ein durchaus positiver Ausblick

Den Blick in die Zukunft von Tesla lichtet jedoch den schmalen Schatten, der auf dem heutigen Stand der Entwicklung liegt. Man muss bedenken, dass Tesla nun während eines ganzen Jahres ihre Softwareplattform von MobileEye auf eine neue, selbstentwickelte Plattform namens "Tesla Vision" überführt hat. Wenn man die Verbreitung der Fahrzeuge und die Komplexität der herrschenden Regulatorien in den verschiedenen Ländern beachtet, ist dies bereits eine unglaubliche Leistung, die nicht jedes Unternehmen geschafft hätte. Betreffend der sogenannten "Parität" des alten Systems (basierend auf MobileEye) und dem neuen (Tesla Vision) dürften die beiden nun mittlerweile auf dem gleichen Level angekommen sein. Lange wurde Tesla dafür kritisiert, dass der Autopilot 2.0 nicht gleich gut war, wie die initiale Version 1.0 - unter Anbetracht der Hintergründe ist dies jedoch eine logische Konsequenz. Quellen von Tesla gaben bereits vor ungefähr einem Monat bekannt, dass man nun die technologische Basis des Systems stabilisiert und optimiert hat. Nun dürften grössere Wellen an Verbesserungen möglich sein und das Autopilot-System Schritt für Schritt massiv verbessern. Sehr technisch versierte Quellen aus den USA geben sogar an, dass das System intern bereits Bauarbeiten an Strassen und temporale Beschilderungen gut erkennt und einordnen kann.

Ich persönlich glaube stark daran, dass der Ansatz von Tesla Vision ein sehr realitätsnahes Vorgehen und ebenso erfolgsversprechend ist. Zudem bin ich überzeugt, dass das System durch die Kombination von neuralen Netzwerken und der Auswertung von Fahrzeugdaten (mittels Deep/Machine-Learning) einer enorm grossen und weltweit aktiven Fahrzeugflotte, schnell an Bedeutung gewinnen wird. Vor einigen Monaten habe ich einen Artikel eines Analysten gelesen, der sich zum Thema "Autonomes Fahren" wie folgt äusserte; derjenige mit den meisten gesammelten Daten, wird die Nase im Rennen des autonomen Fahrens vorne haben. Alle Tesla Fahrzeuge, inklusive dem Model 3, liefern bereits seit weit über einem Jahr Fahrdaten an Tesla. Seit einem halben Jahr werden sogar ergänzende Kontrastbilder von Kameras übermittelt, mithilfe dessen das neurale Netzwerk Entscheidungsgrundlagen für die Weiterentwicklung der Software errechnen kann. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass Tesla mit Google (die übrigens ein gänzlich anderes Verfahren als Basis ihres System verwenden) um die Wette eilen wird, wenn es darum geht die Nase vorn zu haben. Im Falle von Tesla profitieren jedoch bereits hundertausende Kunden von der fortschrittlichen Technologie. Wir werden sehen! :)

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